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Spracherkennung in der Medizin: Warum Dialekt und Fachsprache zählen

Dr. Lena Hofer1 Min. Lesezeit
KI & Medizin

Allgemeine Spracherkennung scheitert an österreichischem Dialekt und medizinischer Fachsprache. Warum spezialisierte Modelle den Unterschied machen.

Spracherkennung gilt als gelöstes Problem. Im Alltag funktioniert sie erstaunlich gut – bis sie auf einen Tiroler Dialekt, einen lateinischen Fachbegriff und ein Nuscheln im selben Satz trifft.

Wo allgemeine Modelle scheitern

Modelle, die auf sauber gesprochenem Hochdeutsch trainiert wurden, verlieren in der Praxis schnell den Faden. Regionale Färbung, Abkürzungen, Medikamentennamen und der typische Mix aus Umgangssprache und Fachterminologie sind genau die Fälle, die im Training unterrepräsentiert sind.

  • Dialekt: „I hob seit zwa Wochn a Ziagn im Kreiz.“
  • Fachsprache: Differenzialdiagnose, Anamnese, Kontraindikation.
  • Mischformen: Fachbegriffe mitten im dialektalen Satzfluss.

Warum Spezialisierung den Unterschied macht

Ein Modell, das gezielt auf medizinische Gespräche im deutschsprachigen Raum ausgerichtet ist, erkennt nicht nur die Wörter, sondern auch den Kontext. Es weiß, dass „Ziagn im Kreiz“ ein Hinweis auf Rückenschmerzen ist, und dass ein Medikamentenname trotz undeutlicher Aussprache korrekt geschrieben gehört.

Der Unterschied zwischen 95 % und 99 % Erkennung ist nicht ein bisschen besser – es ist der Unterschied zwischen Korrekturlesen und Vertrauen.

Mehr als 90 Sprachen

Der Praxisalltag ist mehrsprachig. Patient:innen erklären ihre Beschwerden am genauesten in ihrer Muttersprache. Gute medizinische Spracherkennung versteht das Gespräch unabhängig von der Sprache und dokumentiert es trotzdem in der Sprache, in der die Praxis arbeitet.